Wechseljahre – Schluss mit “da muss man durch”

Sabine Gerharz

Diesen Satz höre ich fast täglich – in der Praxis, im Freundeskreis, manchmal ganz beiläufig beim Kaffee. Erst letzte Woche wieder, von einer guten Freundin.


Dabei hatte ich diesen Glaubenssatz selbst nie - vielleicht auch, weil ich beruflich zu oft das Gegenteil erlebe.


Heute räume ich damit mal so richtig auf: woher kommt dieser Mythos, warum schadet er dir mehr, als du denkst - und was (meiner Erfahrung nach) wirklich stimmt.



Woher kommt eigentlich der Glaubenssatz „Da muss man durch“?


Ehrlich gesagt: Ich denke, dass dabei mehrere Dinge zusammenkommen:
- wie deine Mutter damit umgegangen ist,
- unser Gesundheitssystem und
- eine Gesellschaft, in der Durchhalten als Stärke gilt.

Wie hat deine Mutter die Wechseljahre erlebt?



Hast du jemals erlebt, wie deine Mutter offen über Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen gesprochen hat? Ich nicht.
Das Thema war tabu - man hat es eben "durchgemacht", zur Not mit zusammengebissenen Zähnen und einem Fächer in der Handtasche.
Was man nicht benennt, kann man auch nicht hinterfragen.
Und so wurde der Satz "da muss frau durch" von Generation zu Generation weitergereicht - unausgesprochen, aber wirksam.

Mutti steht im Mittelpunkt als Geburtstagskind
Wechseljahre - von Generation zu Generation

Dann unser Gesundheitssystem


Viele Frauen erzählen mir, dass sie beim Arzt mit ihren Beschwerden auf ein müdes Schulterzucken gestoßen sind.
"Das ist normal in Ihrem Alter."
"Das pendelt sich wieder ein."
Klar, medizinisch betrachtet sind Wechseljahre kein Notfall - aber wenn dein Alltag zur Belastungsprobe wird, brauchst du mehr als ein Schulterzucken.
Wenn die Menschen, denen wir eigentlich vertrauen sollen, uns sagen "da kann man nichts machen" - warum sollten wir es dann selbst besser wissen?

Dabei hat sich unsere Lebensrealität verändert


Wir werden heute älter und verbringen dadurch oft viele Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte, nach den Wechseljahren.
Und natürlich wollen wir diese Zeit nicht einfach irgendwie hinter uns bringen, sondern möglichst gesund, aktiv und voller
Lebensfreude erleben.


Und dann ist da noch unsere Kultur des Durchhaltens



Wir sind großgeworden mit Sätzen wie "reiß dich zusammen" und "Hauptsache, es geht den Anderen gut".
Eigene Bedürfnisse hintenanstellen, funktionieren, liefern - das haben viele von uns perfektioniert.
Kein Wunder, dass die Wechseljahre in dieses Muster genauso reinpassen wie alles andere: als etwas, das man eben aussitzt, während man nebenbei weiter für alle Anderen da ist.

Vielleicht denkst du jetzt: "Na, ist halt so..."


Warum ist dieser Glaubenssatz so hinderlich?

Weil er dich in die Passivität schickt - und genau da erlebe ich in meiner Praxis den größten "Schaden".



Keine Frage mehr nach der Ursache, kein Blick auf Ernährung, Schilddrüse, Leber oder Stresslevel - stattdessen wird jedes Symptom einzeln hingenommen: die Gewichtszunahme, der Blähbauch, die Erschöpfung, die Migräne.

Alles wird als "gehört wohl dazu" abgehakt, statt als das erkannt zu werden, was es ist: ein Signal deines Körpers, dass er Unterstützung braucht.

Und dieser Glaubenssatz kostet nicht nur Gesundheit, sondern auch Identität.
Ich erlebe immer wieder Frauen, die sich fremdgesteuert fühlen, die ihr Selbstbewusstsein verlieren und sich fragen, wo die eigene Energie und Leichtigkeit hin ist - und die trotzdem denken, das sei jetzt einfach "dran" und müsse ertragen werden.

Dabei sitzen sie mitten in der spannendsten Umbauphase ihres Lebens fest, weil ihnen niemand gesagt hat, dass sie diese Phase aktiv mitgestalten können.


Die Wahrheit über die Wechseljahre

Die Wahrheit ist:

Und “richtig” heißt dabei nie “für jede Frau gleich”.
Das erlebe ich so häufig: Zwei Frauen haben fast identischen Beschwerden - Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gewichtszunahme - und trotzdem brauchen sie am Ende ganz unterschiedliche Lösungswege.

Die eine profitiert vor allem von einer veränderten Ernährung und mehr Bewegung, bei der anderen ist es die Schilddrüse, die zuerst mit ins Spiel kommt, bei der nächsten die Leber, die entlastet werden will.

Und genau deshalb ist ein ganzheitlicher Blick so wichtig

Gesundheit ist vielschichtig und hormonelle Zusammenhänge sind äusserst komplex.

Die gute Nachricht:
Ganz gleich, welche Herausforderungen dein Körper gerade meistert: Es gibt Möglichkeiten, ihn gezielt zu unterstützen, Beschwerden zu lindern und deine Gesundheit aktiv mitzugestalten.

Ein ganzheitlicher Blick zeigt dir, wo bei dir persönlich der Hebel sitzt.

Wichtig ist dabei vor allem eins: dranzubleiben.

Nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt - und zwar nicht nur, weil sich dein Alltag dadurch leichter anfühlt, sondern weil du mit jedem Schritt auch die Weichen für deine Gesundheit in den nächsten Jahrzehnten stellst.

Mit dem richtigen Wissen kannst du Verantwortung für deine Gesundheit übernehmen.
Du hast es selbst in der Hand.
Du musst da nicht durch - du darfst selbst aktiv werden und herausfinden, was DIR guttut.“


Die Wechseljahre sind keine Krankheit – aber Beschwerden können behandlungsbedürftig sein

Vielleicht ist genau das die wichtigste Unterscheidung.


Die Wechseljahre selbst sind keine Krankheit. Sie sind eine natürliche Lebensphase, in der sich deine hormonelle Situation verändert.

Die Beschwerden, die damit einhergehen können, können aber durchaus so belastend werden, dass eine Behandlung sinnvoll ist.

Und dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Manche Frauen profitieren von Veränderungen bei Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressmanagement.
Bei anderen sind bestimmte medizinische Therapien sinnvoll.
Je nach Beschwerden und individueller Situation kann auch der vorübergehende Einsatz von bioidentischen Hormonen hilfreich sein.

Es geht also nicht darum, eine einzige „richtige” Methode zu finden.


Du willst deine Wechseljahre auch aktiv in die Hand nehmen?
Was du selbst beeinflussen kannst:

Die gute Nachricht ist: Du musst da nicht durch - du bist den Wechseljahren nicht hilflos ausgeliefert.

Es gibt einiges, das du selbst tun kannst, um deinen Körper durch diese Lebensphase zu tragen - Schritt für Schritt, nicht alles auf einmal.

Ernährung

Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung kann eine wichtige Grundlage sein.
Dabei geht es nicht um die nächste strenge Diät und auch nicht darum, Kohlenhydrate oder bestimmte Lebensmittel pauschal zum „Feind” zu erklären.
Viel spannender finde ich die Frage: Was bekommt dir? Was sättigt dich wirklich? Und wie sieht deine Ernährung im Alltag tatsächlich aus - nicht in der Theorie, sondern auf deinem Teller?

Genau darüber schreibe ich ausführlich in meinem Artikel “Ernährung in den Wechseljahren - neu gedacht” - schau gern mal vorbei, wenn du hier tiefer einsteigen willst.

Bewegung

Hier möchte ich einen Punkt besonders hervorheben, der immer noch unterschätzt wird: Krafttraining.

In der Lebensmitte geht es bei Bewegung nicht nur darum, Kalorien zu verbrennen oder eine bestimmte Kleidergröße zu halten.

Muskeln, Kraft und eine gute körperliche Belastbarkeit werden immer wichtiger - auch für deine Knochen, deinen Stoffwechsel und deine langfristige Gesundheit spielt Bewegung eine zentrale Rolle.

Du musst dafür übrigens nicht plötzlich fünfmal pro Woche im Fitnessstudio stehen.

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Perfektion.

Frau übt die Baum-Haltung in einer weiten Landschaft - Bewegung kann Wechseljahresbeschwerden lindern
Bewegung in den Wechseljahren - die Baumübung

Schlaf

Schlechter Schlaf ist nicht einfach ein lästiges Begleitsymptom.

Wenn du über längere Zeit nicht ausreichend oder nicht erholsam schläfst, kann das deinen gesamten Alltag beeinflussen.

Deshalb gehört Schlaf für mich ganz selbstverständlich in die Betrachtung der Wechseljahre - und nicht ans Ende einer langen To-do-Liste.

Stressregulation

Auch Stress verdient einen genaueren Blick.

Nicht im Sinne von “du musst einfach entspannter werden” - das wäre viel zu einfach.
Sondern eher: Wie viel Belastung ist gerade tatsächlich da - und wie viel Regeneration bekommt dein Körper?

Manchmal ist die Lösung nicht noch eine weitere Aufgabe auf deiner Liste, sondern eine ehrliche Neubewertung dessen, was gerade wirklich notwendig ist.

Vitalstoffe

Auch deine Nährstoffversorgung kann eine Rolle spielen.
Aber hier gilt für mich ganz klar: nicht möglichst viel supplementieren, sondern gezielt hinschauen.

Ein tatsächlicher Mangel kann sinnvoll behandelt werden - ein Nahrungsergänzungsmittel ist aber nicht automatisch die Lösung für jedes Wechseljahresproblem.

Ein Vitalstoff, der in dieser Lebensphase besonders wichtig ist: Omega-3-Fettsäuren.
Warum sie gerade in den Wechseljahren eine so große Rolle spielen, liest du in meinem Artikel dazu.





Was kannst du jetzt konkret tun?

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Körper sich gerade verändert und du dich darin nicht mehr richtig wiederfindest, würde ich nicht versuchen, alles gleichzeitig zu verändern.

Fang klein an.

1. Schau hin statt hinzunehmen

Beobachte deine Beschwerden für einige Tage oder Wochen.

Wann sind sie besonders stark?

Wie schläfst du?

Wie sieht dein Stresslevel aus?

Gibt es Zusammenhänge mit deinem Zyklus, bestimmten Lebensmitteln, Alkohol, Bewegung oder besonders belastenden Tagen?

Du musst dafür kein perfektes Symptomtagebuch führen.

Ein paar Notizen können bereits helfen, Muster zu erkennen.

2. Lass Beschwerden einordnen

Wenn Beschwerden neu sind, dich stark belasten oder du unsicher bist, ob tatsächlich die Wechseljahre dahinterstecken, lass sie medizinisch abklären.

Nicht jeder Blähbauch ist hormonell.

Nicht jede Erschöpfung ist die Menopause.

Und nicht jede Gewichtszunahme lässt sich mit „dem Alter“ erklären.

Ein guter Blick auf deine Gesundheit beginnt deshalb nicht mit einer fertigen Diagnose, sondern mit guten Fragen.

Apropos gute Fragen:
Du willst endlich verstehen, woher deine Beschwerden kommen?
Lade dir meinen kostenlosen Hormoncheck herunter und finde heraus, welche Hormone möglicherweise aus dem Gleichgewicht geraten sind – inklusive erster Tipps, wie du deinen Körper gezielt unterstützen kannst.

3. Wähle deine Stellschrauben bewusst

Du musst nicht gleichzeitig deine Ernährung komplett umstellen, täglich meditieren, fünfmal pro Woche trainieren und zehn Nahrungsergänzungsmittel nehmen.

Das ist kein Gesundheitsplan.

Das ist ein zweiter Vollzeitjob.

Schau lieber:

Was würde bei dir gerade den größten Unterschied machen?

Vielleicht ist es zunächst der Schlaf.

Vielleicht Bewegung.

Vielleicht deine Ernährung.

Vielleicht braucht es eine medizinische Behandlung.

Vielleicht ist es eine Kombination aus mehreren Dingen.

Er verändert sich.

Und manchmal fühlt sich diese Veränderung ziemlich fremd an.

Aber du musst weder resignieren noch deinen Körper ständig optimieren.

Du darfst lernen, ihn besser zu verstehen.

Du darfst Fragen stellen.

Du darfst dir Unterstützung holen.

Und du darfst auch sagen:

„So möchte ich mich nicht dauerhaft fühlen.“

Das ist keine Schwäche. Das ist Selbstfürsorge.


Also: Muss man durch die Wechseljahre einfach durch? NEIN

Du kannst die hormonelle Umstellung nicht einfach abschalten.

Du kannst nicht verhindern, dass dein Körper sich verändert.

Aber du kannst beeinflussen, wie du mit diesen Veränderungen umgehst.

Du kannst Beschwerden ernst nehmen.

Du kannst Ursachen und Zusammenhänge anschauen.

Du kannst deinen Lebensstil anpassen.

Du kannst medizinische Möglichkeiten kennenlernen.

Und du kannst dir Unterstützung holen, wenn du allein nicht weiterkommst.

Nicht alles lässt sich verhindern.

Nicht jedes Symptom verschwindet vollständig.

Und manchmal braucht es mehrere Anläufe, bis du herausfindest, was dir wirklich hilft.

Aber das ist etwas völlig anderes als:

„Da kann man nichts machen.“


Du möchtest herausfinden, was bei dir wirklich dahintersteckt?

Dann lass uns gemeinsam hinschauen - und zwar genau dort, wo du gerade stehst.

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Du willst direkt mit mir sprechen?

Dann vereinbare ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen gemeinsam auf deine individuelle Situation, deine Beschwerden und deine bisherigen Erfahrungen - unverbindlich, wertschätzend und ohne Druck.

Du bist gerade super motiviert und willst im neuen Jahr richtig loslegen?

Dann habe ich heute, am Weltmenopausetag, eine besondere Möglichkeit für dich:

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Warum? Weil der erste Schritt immer der schwierigste ist - und ich dir genau diesen heute leichter machen möchte.

Sei von Anfang an dabei, wenn die ersten Frauen ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen und Schritt für Schritt ihr Wunschleben kreieren.

Denn mein Ziel ist nicht, dir die nächste perfekte Wechseljahreslösung zu verkaufen.
Mein Ziel ist, gemeinsam mit dir herauszufinden, welche Stellschrauben bei dir sinnvoll sind - und welche nicht.

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Bild von mir mit Jeansjacke über der Schulter

Hallo und schön, dass du hier bist!

Ich bin Sabine, Apothekerin, Heilpraktikerin, Expertin für natürliche Hormonregulation - und selbst in den Wechseljahren.

Ich begleite ich dich mit alltagstauglichen Lösungen durch diese Phase, damit deine Hormone ins Gleichgewicht kommen, du  wieder mehr Energie spürst und dich richtig wohl in deinem Körper fühlst – ohne dich mit Erschöpfung, Gewichtszunahme oder anderen Beschwerden abfinden zu müssen.

Mein Ansatz ist ganzheitlich und individuell, weil jede Frau einzigartig ist. Gemeinsam meistern wir deine Herausforderungen mit Freude, Leichtigkeit und natürlichen Strategien.

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